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Auf den Spuren fast vergessener Justizopfer – Rundgang durch die Altstadt zu den Orten der wegen Hexerei Verfolgten

TKS Bad Laasphe GmbH

Auf den Spuren fast vergessener Justizopfer – Rundgang durch die Altstadt zu den Orten der wegen Hexerei verfolgten am 24. Oktober 2026

Beginn: 14 Uhr am Altstadtbrunnen in der Königstraße
Ende: Ab 15.30 in der Bahnhofstraße 41a
Leitung: Reinhardt Schmidt (Lokalhistoriker)

Um zu verstehen, wie es zu den Prozessen wegen Hexererei kommen konnte, müssen wir einen Blick auf die damalige Lebensrealität werfen. Das frühe 17. Jahrhundert war eine Zeit der extremen Krisen. Europa befand sich inmitten der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ – die Winter waren bitterkalt, die Sommer verregnet. Die Folge waren katastrophale Missernten, Hungersnöte und Seuchen, gefolgt von den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges. In ihrer Verzweiflung und existentiellen Not suchten viele Menschen in der Bevölkerung nach Sündenböcken für das unerklärliche Leid und bezichtigten Nachbarn der Zauberei. Der Druck zur Verfolgung entstand hier also vor allem „von unten“, aus der verängstigten Bevölkerung heraus.

Das Besondere an der Geschichte Bad Laasphes ist jedoch die Rolle der Obrigkeit: Das Grafenhaus in Laasphe stand dem Hexenwahn und der Denunziation sehr kritisch gegenüber. Unser Landesherr, Graf Ludwig der Jüngere (Ludwig II.), sprach sich sogar aktiv gegen die Hexenverfolgung und die Willkür dieser Verfahren aus. Als im Jahr 1609 die Bürgersfrau Lucia Reichmann als Zauberin verdächtigt und verhört wurde, griff der Graf nach einer Beschwerde ihres Ehemanns persönlich ein und verfügte offiziell, den Prozess sofort einzustellen. Auch beim ersten Todesopfer der Stadt, Merge Dillman im selben Jahr, stellte der Graf im Nachhinein kritisch fest, dass dies kein ordentliches, rechtmäßiges Verfahren gewesen sei.

Trotz dieser skeptischen Haltung der Grafen kam es unter dem enormen Druck der Bevölkerung und lokaler Richter in der Region zu insgesamt 32 dokumentierten Hexenprozessen. Für 11 der Angeklagten endete dieses Verfahren tragischerweise mit der Hinrichtung. Entgegen dem weitverbreiteten Mythos von der einsamen Kräuterhexe traf die erste Welle der Verfolgung in Laasphe vor allem angesehene und begüterte Bürgerinnen und Bürger, die mitten im Zentrum der Stadt wohnten.

Wenn wir nun gleich 90 Minuten lang gemeinsam durch die Gassen der Altstadt gehen, laufen wir auf den Spuren dieser Menschen. Wir betrachten die Orte, an denen sie lebten und an denen sich die Konflikte abspielten. Im Anschluss werden wir in der Spezialausstellung „Als der Hexenwahn zum Alltag gehörte“ in der Bahnhofstraße 41a die originalen Dokumente und überlieferten Prozessakten betrachten, die uns zeigen, wie schwer es selbst für das kritische Grafenhaus war, sich dem kollektiven Wahn der damaligen Zeit völlig zu entziehen.

Auf Wunsch kann ein Abschluss im gegenüberliegenden Café Müller zum Austausch angeschlossen werden.

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Datum/Uhrzeit
Samstag, 24. Oktober 2026
14:00 Uhr bis 15:30 Uhr

Veranstaltungsort
Altstadt Bad Laasphe
Königstraße
57334 Bad Laasphe


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