
Wittgenstein historisch
Vortrag von Klaus Homrighausen
Auch Männer wurden als Zauberer in Wittgenstein angeklagt. Als solcher wurde Johenchen Gernand aus Elsoff 1629 hingerichtet. Er war eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Schon seine Urgroßmutter wurde als Hexe verdächtigt. Er stammte aus Richstein, war in Elsoff verheiratet und arbeitete als Schäfer in Schwarzenau und Alertshausen. Er war von seiner Tante, der Gernandschen, in der Hexerei und im Umgang mit dem Teufel unterrichtet worden. Als sein Schwager länger als ein Jahr seuchelte und bettlägerig war, entstand der Verdacht, dass es da nicht mit rechten Dingen zuginge und Zauberei ursächlich war.
Beeindruckend ist, dass Johenchen Gernand vor seiner Hinrichtung ein Testament verfasste und eine detaillierte Kostenrechnung der Gerichtsverhandlung aufgestellt wurde. Beides ist erhalten geblieben und lässt aufschlussreiche Einblicke in sein Leben zu.